Hier finden Sie aktuelle Nachrichten, Hintergründe, Kommentare sowie Informationen und Neuigkeiten, zu unterschiedlichen Themen rund um die Deutsch-Norwegische Gesellschaft e.V., Bonn und Norwegen.


 

Liebe Mitglieder und Freunde der DNG,

selten dürfte das D für Deutschland und das N für Norwegen so eng und angenehm verbunden worden sein wie bei diesen Olympischen Winterspielen, die jetzt zu Ende gangen sind. Mal das eine Land auf
Platz 1 des Medaillenspiegels, mal das andere - und zum Schluss zu Recht das soviel kleinere Norwegen ganz vorn!

Ich weiß, ich weiß, es sollte nicht so sehr auf die Medaillen ankommen, dabei sein ist ja alles, aber wer kann sich schon frei davon machen, nicht doch auf die Tabelle zu schauen, die diesmal so viele Rekorde gebrochen hat? Und es ist so praktisch, sich freuen zu können, gleichgültig, welches der beiden Länder gut bis sehr gut dabei ist.

Eine unserer Beisitzerinnen, gerade im tief verschneiten Norwegen, schreibt uns: "Am populärsten sind hier wohl die Mannschaftswettbewerbe im Biathlon, der Langlauf und das Skispringen. In den Lokalen sind überall Fernseher aufgestellt, und die ,arbeitende' Bevölkerung steht vor den Bildschirmen und folgt dem Geschehen. Sicherlich stehen viele auch nachts auf, um dem zu folgen."

Sie fährt fort: "Sehr erfreulich war, dass die Norweger den deutschen Eishockeyspielern bei den Spielen gegen Kanada und Russland die Daumen drückten. Und sie freuen sich, wenn auch die Deutschen Medaillen holen." So geht es uns hier umgekehrt auch.

Und dann noch das: "Marit Bjørgen tidenes mestvinnende vinterolympier! Norges beste vinterolympiaden!" Sie hat jetzt in all den Jahren acht Goldmedaillen gewonnen; diesmal kam im Einzel und im Team zusammen fünfmal Edelmetall dazu.

Dazu noch diese Meldung via dpa vom Sonntag (25. Februar), direkt nach dem letzten Wettbewerb in Südkorea:

"Durch diese Entscheidung ist Deutschland noch von Norwegen im Medaillenspiegel überholt worden. Langläuferin Marit Bjørgen sicherte über 30 Kilometer Langaluf das 14. Gold für Norwegen. So viele hat auch das deutsche Team nach dem Viererbob-Triumph der Crew um Pilot Francesco Friedrich. Dazu kommen aber bei den Deutschen zehnmal Silber und siebenmal Bronze. Die Norweger haben aber je vier Silber- und Bronzemedaillen mehr auf dem Konto und liegen in der Endabrechnung damit vorne."

Dann wird dpa historisch: "Bei der Anzahl der Goldmedaillen fuhr die deutsche Mannschaft damit ihr bestes Ergebnis bei Winterspielen ein. Mit Blick auf die Gesamtzahl an Edelmetall liegt der Bestwert weiter bei 36 von Olympia 2002 in Salt Lake City (jetzt 31). Und Norwegen hat das erfolgreichste Abschneiden einer Nation bei Winterspielen perfekt gemacht."

Nun aber weg von den Medaillen hin zu einer persönlichen Meinung.

Man sollte auch kritisch sei, wenn man bedenkt, wie gigantisch der Aufwand für solche Spiele - Spiele? - ist. Jahrelange Planung, riesige Anlagen, gefährliche Pisten, perfekte Stadien, die Umweltbelastungen - das kostet Unsummen und hat viele andere Folgen. Dazu kommt das eiserne Training der Athleten, viel Verzicht, manche Enttäuschung, hunderstel Sekunden oder ein bisschen Pech können über Sieg und Niederlage entscheiden. Ferner die harte Konkurrenz, die Stäbe an Trainern und Betreuern, das Schielen nach Werbeeinnahmen, die ständige Verletzungsgefahr, das Thema Doping. In Deutschland kommt für Olympia, anders als in Norwegen, sehr viel Geld vom Staat. Die - relativ - bescheidenen Winterspiele von Lillehammer 1994 scheinen in weiter Entfernung, obgleich es auch dazu kritische Stimmen gab.

Licht und Schatten ...

Soweit die Meinung von Eckart Roloff, Bonn

Wer wissen will, was in Norwegen und den anderen nordischen Ländern rund um den Polarkreis geschieht, bekommt hier viel Aufklärung:

www.polarkreisportal.de

Dort gibt es täglich Aktuelles aus diesen Breiten, ob zu Politik, Wirtschaft, Kultur oder Tourismus. Zu verdanken ist das der Skandinavistin Andrea Seliger, die in Kiel als Journalistin und Übersetzerin arbeitet.
Einmal mal einen Klick starten!

Auf den ersten Blick werden sich alle, die Norwegen kennen und mögen, darüber freuen:
Dass "ihr" Land nach dem neuesten "World Happiness Report" unter 155 Ländern auf Platz 1 kam, dicht vor Dänemark und Island, auch vor der Schweiz und Finnland. Deutschland erreichte erneut den 16. Rang.
Veranlasst wird dieser Report seit 2012 von den Vereinten Nationen. Dutzende von Forscherinnen und Forschern aus (fast) aller Welt sind daran beteiligt.

Norwegische Zeitungen schrieben darüber so:

"Norge er kåret til verdens lykkeligste land, ifølge World Happiness Report. Dermed har Norge overtatt Danmarks topplassering. Norge tok i fjor fjerde plassen, men har altså rykket helt til topps i årets rapport. Danmark har rykket ned i andreplass, deretter kommer Island og Sveits rett etter.
De fire landene scorer høyt når det gjelder faktorer som regnes som viktige for folks lykke: omsorg, frihet, sjenerøsitet, ærlighet, helse, inntekt og godt styresett."

Auf den zweiten Blick wird man vielleicht ein paar Fragen stellen: Wie ist das mit dem Glück, dem norwegischen lykke? Was versteht wer darunter? Ist das so wie beim Lotto, wenn die Glückszahlen gezogen werden und man mal endlich etwas gewinnt? Oder wenn man Glück hat, jemand unverhofft zu treffen? Oder wenn ein Fußballer einen Glückstreffer landet? Oder dass ein teures Glas zu Boden ging, aber nicht zerbrach?
 
Nein, um diese Spielarten von Glück geht es hier nicht. Das mit der Glücksforschung ist etwas ganz anderes - und sehr Zweischneidiges. Glück ist eine medienwirksame Vokabel, aber die Indikatoren, mit denen der Report arbeitet, haben mit Glück nur sehr wenig zu tun. Da dreht es sich um (hoffentlich) harte Fakten wie durchschnittliche Lebenserwartung und Bruttoinlandsprodukt, um das Fehlen von Korruption und solide Staatsfinanzen, um geringe Einkommensunterschiede und wenig Arbeitslosigkeit, um Ehrlichkeit und Großzügigkeit. Was davon hat mit Glück zu tun?
 
Auf Norwegisch gibt es einen Begriff, den man kaum ins Deutsche übersetzen kann: trygghet. Das ist ein Mix aus Sicherheit, Geborgenheit, Unbesorgtheit, Sorglosigkeit. Dies spielt in Norwegen eine im wahrsten Sinn tragende Rolle. Das geht weit über Glück hinaus, auch über Zufriedenheit. Offenbar können Norwegerinnen und Norweger mehr als andere zum Beispiel auf soziale Absicherung setzen, auf Stabilität und Gleichwertigkeit, auf Lebensqualität. Die gesellschaftliche Kluft ist nicht so groß wie in anderen Ländern. Aber auch in anderen Staaten Nordeuropas nutzt man das, was sich so scheinbar einfach Wohlfahrtsstaat nennt.
 
Das kann und soll aber nicht verdecken, dass auch Norwegen Probleme hat. Das Gesundheitswesen ist keineswegs perfekt, natürlich gibt es Kriminalität und Drogenprobleme, die Flüchtlingspolitik ist restriktiv, die Preise sind oft hoch. Das Leben in Stadt und Land (auf dem Land wird es hie und da sehr menschenleer) ist nicht immer leicht.
 
Wenn ich nicht irre, ist für den World Happiness Report kein einziger Mensch, ob aus Norwegen oder anderswo, befragt worden. Maßgebend waren nationale Daten, eine Fülle von Statistiken, Gallup-Zahlen und dergleichen. Wie man die einzelnen Werte dann gewichtet, ist übrigens eine gewichtige Frage für sich. Da könnte man auch zu anderen Ergebnissen kommen - mit anderen Siegern.
 
Aber freuen dürfen wir uns trotzdem über das neue Resultat, oder?

Eckart Roloff, Redakteur unseres Mitgliedermagazins "dialog"

Mehr zum Report hier: Worldhappiness.report

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19. Skandinavische Filmtage in Bonn vom 3. bis 10.Main 2018

Pervez Mody „…ein sprühender Virtuose mit Gefühl und Gespür, der lodert in der Musik…“ (BZ)
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